Vampire auf ein Plakat ?! Die Vorurteile!
Unsterblichkeit muss ja keine Verdammnis zur Existenz sein, wie es in manchen Vampirfilmen thematisiert wird. In einer Welt ohne Krankheit und körperlichen Zerfall würde man vielleicht dann sterben, wenn man dafür die innere Bereitschaft erlangt – was vermutlich in der Nähe des Zeitpunktes läge, wo Dir das
Leben als Qual erschiene.Interessant ist, dass in der modernen Vampirliteratur
a) Vampire sich selbst überleben können, ab welchem Alter sie nicht
mehr altern (sofern sie keine geschaffenen Vampire sind)
b) sie sich auch für ein Ableben entscheiden können
Abgesehen von dem Punkt, dass auch ein Vampir in der früheren Version
die Möglichkeit hatte, seinem Leben ein Ende zu bereiten (Holzpflock
etc.), so ist es mittlerweile so, dass der ewiglebende Vampir
durchaus die Möglichkeit hat, sich nach xy Jahren frei für seinen Tod
zu entscheiden. übrigens ohne dass jemand, sollte er ihn dabei
finden, ihn krampfhaft wiederbelebt.
c) Man kann den Vampire auf kein Foto oder Plakat oder sonstiges bekommen.
Es wäre schon viel wert, wenn nicht jeder in das Abschiednehmen, das Trauern, die Art des Sterbens etc. reinreden würde. Gerade in den Filmen wird das ja hochstilisiert – der arme Todgeweihte muss sich dann noch (ganz christlich besinnlich) mit allem und jedem aussöhnen oder aber er befindet sich auf dem “jetzt sofort abkratzen”-Trip (a la Leaving Las Vegas). Und immer ist es irgendwie die gescheiterte Existenz, der böse Hedonist, der Egoist etc, der erst geläutert den Weg ins Jenseits findet, natürlich pfoetchengehaltend von der versöhnten Familie usw. Keiner, der nicht einfach so erkrankt, weitermacht wie bisher und dann einfach stirbt, fertig. Das geht dann natürlich wieter zum “du sollst die Toten ehren”-Punkt. Warum? Wenn
der Tote ein Dreckskerl oder eine verachtenswerte Schlampe war – warum plötzlich die Krokodilstränen und das Gefasel, wie toll er doch war und wie mitfühlend sie war? Rund um den Tod wird ein Kult veranstaltet – wie wir auf ihn vorbereitet sein sollen, wie wir uns vor ihm benehmen sollen damit wir nach ihm noch friedlich sein sollen, wie wir mit ihm umgehen sollen (duldsam), wie wir ihn einrichten sollen und so weiter und so fort. Aber der Tod als ureigenste Sache, das gibt es nicht. Pah!